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Handgeführte vibrierende Werkzeuge: Schützen Sie Ihre Mitarbeiter.

1. März 2017

Themen Experten-Ecke HAVS Vibrationen

Verwendet Ihr Team handgeführte Werkzeuge wie z.B. Schlagschrauber oder Schleifer? Lesen Sie unsere 7 Tipps, um die Auswirkungen des Hand-Arm-Vibration-Syndroms (HAVS) zu reduzieren.


Was ist das Hand-Arm-Vibration-Syndrom?

Das Hand-Arm-Vibration-Syndrom wird als eine ernsthafte arbeitsbedingte Störung anerkannt, die Tausende von Industriearbeitern betrifft. Hervorgerufen wird HAVS durch intensive und wiederholte Vibrationsbelastungen mit z.B. vibrierende Werkzeuge und verursacht Schäden an Blutgefäßen, Nerven, Muskeln, Arm- und Handgelenken.

Die wiederholten Schläge auf Finger und Hände bei bestimmten Frequenzen, stellen ein Risiko für den Anwender dar. Es gibt keine klare Gewissheit, wie dies genau geschieht, aber zahlreiche Studien belegen, dass Schäden an den sehr feinen Blutgefäßen in den Händen zum Syndrom beitragen.

Was sind die Symptome?

Wenn die Finger kalt oder nass werden, verfärben sie sich zunächst rot und dann weiß und werden schmerzempfindlich, dies nennt man das Raynauds-Phänomen und ist weit verbreitet in Fällen von HAVS.

Wer könnte von HAVS betroffen sein?

Alle häufigen Benutzer von Werkzeugen, die während des Gebrauchs vibrieren, könnten betroffen sein. Vibrationsniveau und Nutzungszeit pro Arbeitsschicht sind die Schlüsselfaktoren, die zusammengenommen einen Hinweis auf mögliches Gefährdungspotenzial einer Person geben.

Nach einer japanischen Langzeitstudie über Waldarbeiter mit Kettensägen (Nagoya, 1994), gibt es eine starke Beziehung zwischen der Anzahl der Arbeitsjahre und dem Auftreten von HAVS. Unter den Arbeitnehmern über 50 Jahren, zeigten 38% Anzeichen für dieses Syndrom.

Das US National Safety Council schätzt, dass etwa 2 Millionen U.S. Arbeiter heute Hand-Arm-Vibrationen ausgesetzt sind, und etwa die Hälfte von ihnen HAVS entwickeln könnte (lesen Sie den ganzen Artikel).
HAVS ist vermeidbar, aber sobald es auftritt, ist es oft dauerhaft.

Wie man Risiken am Arbeitsplatz steuert: 7 Tipps zur Reduzierung der Vibrationsbelastung

Viele Maßnahmen tragen dazu bei, das Risiko zu minimieren. Die Begrenzung der Vibrationsbelastung ist eindeutig die wichtigste, einige andere wichtige Punkte können berücksichtigt werden, um sich selbst, die Kollegen oder Ihre Mitarbeiter zu schützen:



  1. Probieren Sie verschiedene Werkzeuge aus und wählen Sie das Werkzeug, das in Ihren Fingern kein Taubheitsgefühl nach kurzer Anwendung auslöst.
  2. Stellen Sie sicher, dass die Werkzeuge richtig gewartet sind.
  3. Verwenden Sie das richtige Werkzeug für die Anwendung. Der Anwendungszeitraum ist hier wichtig, wählen Sie ein stärkeres, effizienteres Werkzeug, das die Arbeit in einer kürzeren Zeitspanne erledigt als vielleicht ein leichteres.
  4. Begrenzen Sie die Arbeitsdauer mit starken Vibrationsanwendungen je Schicht. Bei Anwendungen mit starken Vibrationen kann der Bediener innerhalb von Minuten eine potenziell schädliche Schwingungsdosis erreichen. Als Referenz, für Anwendungen mit Vibrationen von 20 m/s², ist der Grenzwert, bei dem ein Arbeitgeber Maßnahmen zur Begrenzung der Vibrationen ergreifen muss, nach nur 8 Minuten erreicht.
  5. Halten Sie das Werkzeug locker, drücken Sie den Griff nur wenn nötig.
  6. Halten Sie die Hände warm und versuchen Sie direkten Kontakt mit kalten Handgriffen zu vermeiden. Bewahren Sie das Werkzeug korrekt auf und lassen Sie es nicht über Nacht draußen liegen.
  7. Nehmen Sie regelmäßige Auszeiten. Vermeiden Sie lange Sequenzen von hohen Vibrationen und versuchen Sie andere Aufgaben einzuschieben.